{"id":203,"date":"2026-07-01T10:10:47","date_gmt":"2026-07-01T10:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.npoitsupport.de\/?p=203"},"modified":"2026-07-01T10:10:47","modified_gmt":"2026-07-01T10:10:47","slug":"vereinsverwaltung-das-dilemma-der-geschlossenen-systeme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.npoitsupport.de\/index.php\/2026\/07\/01\/vereinsverwaltung-das-dilemma-der-geschlossenen-systeme\/","title":{"rendered":"Vereinsverwaltung &#8211; das Dilemma der geschlossenen Systeme"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man sich mit der administrativen Verwaltung eines Vereins befasst, dann gibt es aktuell eine Reihe von Systemen, welche die Grundbed\u00fcrfnisse der Administration abdecken. Dazu geh\u00f6ren im Wesentlichen die Verwaltung der Stammdaten, die M\u00f6glichkeit des Beitragseinzuges und der Gestaltung der Beitr\u00e4ge. Diverse Systeme bieten dar\u00fcber hinaus auch noch die M\u00f6glichkeit einer f\u00fcr die meisten Vereine notwendigen Buchf\u00fchrung (EA\u00dc-Buchf\u00fchrung). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sobald es aber darum geht, die Mitgliederdaten in anderen administrativen Prozesse zu nutzen, ist man meist am Ende der weiteren Nutzung der Daten. Zwei Beispiele hierzu:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fall 1 &#8211; Mitglieder sind HospizbegleiterInnen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Fall ben\u00f6tigt man die Mitgliederdaten, um eine Verbindung zwischen begleiteten Personen (Patienten) und den HospizbegleiterInnen herzustellen. Dar\u00fcber hinaus besteht nat\u00fcrlich auch die Notwendigkeit, die Verf\u00fcgbarkeit der HospizbegleiterInnen verwalten zu k\u00f6nnen. Wie kommt man also an die bestehenden Informationen heran? In diversen Systemen, welche ich oberfl\u00e4chlich analysiert habe, werden in den &#8222;spezialisierten&#8220; Systemen diese Informationen nochmals erfasst. Im Prinzip ein &#8222;No-Go&#8220; aus Sicht der IT. Hier gilt immer das Prinzip der Datenredundanzvermeidung, was sich aber schwerlich durchsetzen l\u00e4sst, wenn man eben die genannten Dateninseln verwalten muss. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fall 2 &#8211; Mitglieder in einem Fischereiverein<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit den i.d.R. angebotenen M\u00f6glichkeit der Abbildung des Mitgliedsbeitrages kommt in einen Fischereiverein (oder auch Angelverein genannt) nicht weit. Hier gibt es weiterreichende Anforderungen wie Erf\u00fcllung von Arbeitsdiensten, Besatzkosten (einmalig oder regelm\u00e4\u00dfig), Zufahrtskosten f\u00fcr die Angelgr\u00fcnde, usw. usw.. Ein Fischereiverein hat daneben aber noch andere Aspekte wie Geb\u00fchren f\u00fcr Tageskarten, besondere Angelevents. Kurz: die &#8222;normale&#8220; Mitgliederverwaltung greift hier viel zu kurz, um die Vielf\u00e4ltigkeit eines Bereiches wie die Beitragsabrechnung f\u00fcr ein Mitglied abzubilden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gibt es einen Ausweg?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re es, die Eingangs genannte Software f\u00fcr Mitgliederverwaltung offener zu gestalten. &#8222;Offen&#8220; in dem Sinne, dass Erweiterungen eingebracht werden k\u00f6nnten. Nimmt man sich z.B. System wie WordPress zum Vorbild, dann gibt es dort eben sog. &#8222;Hooks&#8220;, an denen man sich in die Systemlogik einklinken kann. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder noch weiter gegriffen -> man nimmt sich SAP als Vorbild. Was ist hier &#8222;vorbildlich&#8220;? Nun &#8211; SAP hat bereits in seinen Gr\u00fcnderzeiten nie ein Geheimnis um den Programmcode gemacht. Der Code konnte vom Benutzer erweitert werden. Das war nat\u00fcrlich auch mit der Gefahr verbunden, dass mit jedem Releasewechsel die gemachten \u00c4nderungen \u00fcberpr\u00fcft werden mussten. Das hat sich dann mit der Zeit ge\u00e4ndert und die Punkte, wo man im Code selbst Erweiterungen machen konnte, wurden so gestaltet, dass sie weitestgehend Release-unabh\u00e4ngig wurden. Nat\u00fcrlich liegt die Verantwortung hier immer bei demjenigen, der die \u00c4nderung eingebracht hat. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktuell sieht es in dem von mir grob skizzierten Bereich nicht besonders gut aus. Die Folge sind Dateninseln oder &#8222;Kr\u00fccken&#8220; wie z.B. der Download von Stammdaten in &#8211; oh Wunder &#8211; Excel-Formate, damit mit diesen dann der Benutzer seine besonderen Anforderungen in welcher Form auch immer dann erg\u00e4nzen kann. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn sich die Softwarehersteller mehr in Richtung von offenen API-Schnittstellen hin bewegen w\u00fcrden, um hier eine \u00d6ffnung der Datennutzung bereitzustellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man sich mit der administrativen Verwaltung eines Vereins befasst, dann gibt es aktuell eine Reihe von Systemen, welche die Grundbed\u00fcrfnisse der Administration abdecken. Dazu geh\u00f6ren im Wesentlichen die Verwaltung der Stammdaten, die M\u00f6glichkeit des Beitragseinzuges und der Gestaltung der Beitr\u00e4ge. Diverse Systeme bieten dar\u00fcber hinaus auch noch die M\u00f6glichkeit einer f\u00fcr die meisten Vereine notwendigen Buchf\u00fchrung (EA\u00dc-Buchf\u00fchrung). Sobald es aber darum geht, die Mitgliederdaten in anderen administrativen Prozesse zu nutzen, ist man meist am Ende der weiteren Nutzung der Daten. Zwei Beispiele hierzu: Fall 1 &#8211; Mitglieder sind HospizbegleiterInnen In diesem Fall ben\u00f6tigt man die Mitgliederdaten, um eine Verbindung zwischen begleiteten Personen (Patienten) und den HospizbegleiterInnen herzustellen. Dar\u00fcber hinaus besteht nat\u00fcrlich auch die Notwendigkeit, die Verf\u00fcgbarkeit der HospizbegleiterInnen verwalten zu k\u00f6nnen. Wie kommt man also an die bestehenden Informationen heran? In diversen Systemen, welche ich oberfl\u00e4chlich analysiert habe, werden in den &#8222;spezialisierten&#8220; Systemen diese Informationen nochmals erfasst. Im Prinzip ein &#8222;No-Go&#8220; aus Sicht der IT. Hier gilt immer das Prinzip der Datenredundanzvermeidung, was sich aber schwerlich durchsetzen l\u00e4sst, wenn man eben die genannten Dateninseln verwalten muss. Fall 2 &#8211; Mitglieder in einem Fischereiverein Mit den i.d.R. angebotenen M\u00f6glichkeit der Abbildung des Mitgliedsbeitrages kommt in einen Fischereiverein (oder auch Angelverein genannt) nicht weit. Hier gibt es weiterreichende Anforderungen wie Erf\u00fcllung von Arbeitsdiensten, Besatzkosten (einmalig oder regelm\u00e4\u00dfig), Zufahrtskosten f\u00fcr die Angelgr\u00fcnde, usw. usw.. Ein Fischereiverein hat daneben aber noch andere Aspekte wie Geb\u00fchren f\u00fcr Tageskarten, besondere Angelevents. Kurz: die &#8222;normale&#8220; Mitgliederverwaltung greift hier viel zu kurz, um die Vielf\u00e4ltigkeit eines Bereiches wie die Beitragsabrechnung f\u00fcr ein Mitglied abzubilden. Gibt es einen Ausweg? Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re es, die Eingangs genannte Software f\u00fcr Mitgliederverwaltung offener zu gestalten. &#8222;Offen&#8220; in dem Sinne, dass Erweiterungen eingebracht werden k\u00f6nnten. Nimmt man sich z.B. System wie WordPress zum Vorbild, dann gibt es dort eben sog. &#8222;Hooks&#8220;, an denen man sich in die Systemlogik einklinken kann. Oder noch weiter gegriffen -> man nimmt sich SAP als Vorbild. Was ist hier &#8222;vorbildlich&#8220;? Nun &#8211; SAP hat bereits in seinen Gr\u00fcnderzeiten nie ein Geheimnis um den Programmcode gemacht. Der Code konnte vom Benutzer erweitert werden. Das war nat\u00fcrlich auch mit der Gefahr verbunden, dass mit jedem Releasewechsel die gemachten \u00c4nderungen \u00fcberpr\u00fcft werden mussten. Das hat sich dann mit der Zeit ge\u00e4ndert und die Punkte, wo man im Code selbst Erweiterungen machen konnte, wurden so gestaltet, dass sie weitestgehend Release-unabh\u00e4ngig wurden. Nat\u00fcrlich liegt die Verantwortung hier immer bei demjenigen, der die \u00c4nderung eingebracht hat. Fazit Aktuell sieht es in dem von mir grob skizzierten Bereich nicht besonders gut aus. 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